Geschäftsgebäudeversicherung

Im Gegensatz zur Wohngebäudeversicherung ist es noch üblich, bei der Geschäftsgebäudeversicherung einzelne Bedingungswerke für die Gefahren Feuer (AFB), Wasser (AWB) und Sturm (ASTB) zugrunde zu legen.

Demgegenüber bietet das Wohngebäudebedingungswerk (VGB) erhebliche Deckungserweiterungen, die in der Geschäftsgebäudeversicherung besonders vereinbart werden müssen. Bei gemischt genutzten Gebäuden mit Wohn- und Gewerbeanteilen ist diese Versicherungsform dann anzuwenden, wenn das Geschäftsgebäude weniger als 50% Wohnfläche enthält.

Die Tarifierung (Preiskalkulation) einer Geschäftsgebäudeversicherung wird von den Faktoren
Kleiner Haken in grün Versicherungssumme
Kleiner Haken in grün Bauart des Geschäftsgebäudes (Zuschläge zum Beispiel für nicht massive Außenwände oder eine Bedachung aus Holz, Stroh o.ä.)
Kleiner Haken in grün Nachbarschaft des Geschäftsgebäudes (besonders brandgefährdete Nachbargebäude oder -betriebe führen ebenfalls zu Zuschlägen)
Kleiner Haken in grün Zuschläge für besondere Gefahrenverhältnisse des geschäftliche Gebäudes selber (zum Beispiel Art des im Geschäftsgebäude untergebrachten Betriebes, der gelagerten Stoffe, abgebildet im Tarifierungskennzeichen F im Betriebsartenverzeichnis eines Versicherers) bestimmt.

Die Versicherungssumme kann unterschiedlich vereinbart werden. Sie stellt die maximale Ersatzhöhe im Schadenfall dar.

Werbung

Wertzuschlagsklausel für Geschäftsgebäude (Geschäftsgebäudeversicherung)

Ähnlich wie die Gleitende Neuwertversicherung dient diese Versicherungsform zur Vermeidung von Unterversicherung und verwendet ein (bei jüngeren Geschäftsgebäude theoretisches) Basisjahr 1970 oder 1980, zu dem der Versicherungswert festgestellt und als Versicherungssumme zur Geschäftsgebäudeversicherung vereinbart wird.

Jahr für Jahr wird diese Versicherungssumme gemäß den Änderungen der Baupreise durch einen Wertzuschlag erhöht und die Prämie neu berechnet.

Beispiel einer Wertzuschlagsklausel: Klausel 1708 - Wertzuschlag

Nr. 1 Die Versicherungssumme für Positionen, zu denen dies besonders vereinbart ist, werden gebildet aus den Werten der versicherten Sachen auf der Preisbasis des Jahres 1980 (Grundsumme) und den Wertzuschlägen für Preissteigerungen.
Nr. 2 Der Versicherungsnehmer der Geschäftsgebäudeversicherung prüft zu Beginn jedes Versicherungsjahres die Wertzuschläge. Veränderungen gelten rückwirkend vom Beginn des Versicherungsjahres an, wenn sie innerhalb der ersten drei Monate des Versicherungsjahres beantragt werden.

So lange kein Antrag gemäß Abs. 1 Satz 2 gestellt ist, gilt hilfsweise folgende Regelung:
Die Wertzuschläge verändern sich ab Beginn des Versicherungsjahres um die Prozentpunkte, um die sich der Preisindex für gewerbliche Betriebsgebäude aus der Fachserie 17, Reihe 4 und der Index für gewerbliche Arbeitsmaschinen aus der Fachserie 17, Reihe 2 gegenüber dem Vorjahr verändert haben.
Nr. 3 Soweit sie angewendet werden, sind für Nr. 2. die vom Statistischen Bundesamt vor Beginn des Versicherungsjahres zuletzt veröffentlichten Preisindizes maßgebend.
Nr. 4 Die Geschäftsgebäudeversicherung haftet bis zur Grundsumme zuzüglich doppeltem Wertzuschlag, sofern der Gesamtbetrag aus Grundsumme und Wertzuschlag bei Beginn des Versicherungsjahres ausreichend war. Grundsumme und Wertzuschlag gelten als richtig bemessen, wenn sie durch eine dem Versicherer eingereichte Schätzung eines Sachverständigen festgesetzt worden sind.
Nr. 5 Die Vertragsparteien können die vorstehenden Vereinbarungen durch Kündigung mit sechswöchiger Frist außer Kraft setzen.

In der Geschäftsinventarversicherung kann Wertzuschlag nur für die Position Betriebseinrichtung vereinbart werden. Die Vereinbarung von Wertzuschlag setzt voraus, dass die Grundsumme 1980 mindestens 250.000 Euro beträgt.

Gleitende Neuwertversicherung in der Geschäftsgebäudeversicherung

Durch Umrechnung mit dem Baupreisindex des Statistischen Bundesamtes wird ein Wert 1914 aus einem aktuellen Wert (Bau-, Kaufpreis, Sachverständigenbewertung) errechnet. Jedes Jahr werden die Änderungen des Baupreisindexes festgestellt und die Prämie entsprechend im Verhältnis angepasst.

Im Schadenfall steht der sich jeweils aus dem aktuellen Baupreisindex multipliziert mit der Versicherungssumme 1914 ergebende Versicherungswert zur Verfügung. Damit kann es bei einer einmal richtigen Ermittlung der Versicherungssumme 1914 keine Unterversicherung mehr geben.

Neuwertversicherung in der Geschäftsgebäudeversicherung

Es wird ein aktueller Geschäftsgebäudewert ermittelt, zum Beispiel der Kaufpreis, der Baupreis oder ein von einem Sachverständigen festgestellter Wert. Dieser Wert bleibt so lange auch Versicherungswert, wie er nicht durch freie Vereinbarung zwischen Kunde und Geschäftsgebäudeversicherung geändert wird mit dem Risiko, in eine Unterversicherung zu geraten.

Empfehlungen und Tipps

Um einen optimalen Versicherungsschutz für Ihr Geschäftsgebäude zu erhalten, empfehlen wir Ihnen die Tarife zu vergleichen. Durch den von uns angebotenen Geschäftsgebäudeversicherung Vergleich sparen Sie sich nicht nur wertvolle Zeit, sondern auch bares Geld.


^